Lieber zum Zahnarzt gehen als Altersvorsorge betreiben?

Laut einem lesenswerten Artikel auf Spiegel online entspricht das der aktuellen Mentalität der Deutschen – sie gehen lieber zum Zahnarzt. Lieber tun sie nichts und starren wie die Kaninchen gebannt auf die Schlange, die sie gleich fressen wird.

Ich kann die Verunsicherung der Menschen verstehen. Am Schalter der Banken wird angeboten, was hausintern vorgegeben wird, manche Finanzberater umgeben sich mit dem Anschein der Unabhängigkeit und liefern nur, wo die höchsten Provisionen fällig werden, die allgemeinen Anforderungen an Finanzberater werden immer höher und damit teurer und manche Versicherer müssen sich damit abfinden, dass sie die versprochenen Garantieleistungen nicht mehr über Staatsanleihen mit risikofreier Rendite, sondern renditefreiem Risiko erwirtschaften müssen. Die Kosten werden in Zeiten von Zinsen auf Sparguthaben unterhalb der offiziellen Inflationsrate ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium, Alternativen zu klassischen Anlagen werden immer wichtiger.

Nichtstun ist in keinem Fall eine Lösung. Die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Änderungen zu ermöglichen, basierend auf Sachkenntnis und Hintergrundwissen ohne etwas schön zu reden, das ist mein Job.

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210 Milliarden Euro Verlust

Das ist die Zahl, die laut Focus Money die Niedrigzinsphase seit dem Jahr 2000 den Sparern in klassischen Lebensversicherern beschert hat. Wie das? Ganz einfach: Lebensversicherungen sind nicht frei in dem, wie sie anlegen können. Das meiste sind Staatsanleihen mit Mindestanforderungen, mit denen die garantierten Zinsen erwirtschaftet werden sollen. Diese gibt es nur zu niedrigen Zinsen, verursacht von der Geldpolitik der EZB, die den Leitzins von 4,75 % auf 0,5 % gesenkt hat. Alle, die mit den Überschüssen gerechnet haben, können die prognostizierte Ablaufleistung ihrer jährlichen Bescheide ihrer Lebensversicherungen einmal nebeneinander legen. Die Verringerung der Leistung ist erschreckend anzusehen – gerade, wenn die Lebensversicherung zur Tilgung einer Immobilienfinanzierung hinterlegt ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich Menschen begegne, die zu Rentenbeginn eigentlich ein abbezahltes Haus haben wollten, durch diesen Wertverlust aber als Rentner noch einmal 30.000 oder 40.000 Euro nachfinanzieren mussten. Von 7,5 % prognostizierter Rendite kamen oft nur zwischen 3,7 und 4,2 % Wertzuwachs zustande. (mehr …)

Aussetzung der Überschüsse?

Laut eines aktuellen Artikels der FTD erwarten Experten, dass die BaFin beschließen könnte, die Mindestüberschussbeteiligung bei Lebensversicherungen auszusetzen. Eine Stundung oder eine temporäre Aussetzung wäre hier denkbar. Damit würde der Garantiezins dann nicht mehr geleistet werden.

Die Großen der Branche und die Munich Re sehen diese Gefahr zwar erst, wenn die Zinsen für Rentenpapiere weiterhin niedrig bleiben, aber letztens hatte die EZB verlauten lassen, dass das die nächsten Jahre auch so sein wird. Die Société Générale sieht jedenfalls nicht die Möglichkeit, durch Neugeschäft allein diese Krise zu überleben, wenn keine grundsätzlichen Änderungen vorgenommen werden.

Wie ernst die Lage ist, zeigt das Verhalten der Versicherer den Kunden gegenüber und die Lobbyarbeit, die sie aktuell betreiben: (mehr …)

Warum Sie keine klassische Lebensversicherung haben sollten

Klassische oder kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen gehören zu den schlechtesten Möglichkeiten, Geld anzulegen. Wenn Sie noch welche haben, sollten Sie sich ernsthaft überlegen, ob Sie die wirklich behalten wollen!

10 Gründe

1. Alle kapitalbildenden Lebensversicherungen in Deutschland investieren inzwischen zu mehr als 80 %, einige sogar zu mehr als 90 % in Rentenpapieren, also Staatsanleihen. Das sind Geldwerte, keine Sachwerte; die Kaufkraft schwindet also mit der Inflation. Bekommen Sie beispielsweise aus einer 40 Jahre lang besparten Lebensversicherung  100.000 Euro ausbezahlt, können sie bei einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 % wie wir sie aktuell haben, noch für 37.243 Euro einkaufen. Bei einer Inflation von 7 %, wie wir sie zu D-Mark-Zeiten auch schon hatten, haben 100.000 Euro noch einen Gegenwert von 6.678 Euro. Bei einem Garantiezins von 4,0 % müssen Sie 41.184 Euro in den Sparanteil nach Abzug aller Kosten investieren. Je nach Versicherungsgesellschaft ist das bei einem reinen Todesfallschutz ohne sonstige Zusatzversicherungen ein monatlicher Gesamtbeitrag zwischen 110 und 160 Euro über 40 Jahre. Beim aktuellen Garantiezins von 1,75 % müssen Sie 69.216 Euro einzahlen, was einem monatlichen Gesamtbeitrag je nach Versicherungsgesellschaft zwischen 175 und 240 Euro entspricht.

2. Der Garantiezins in alten Verträgen liegt zwischen 2,25 % und 4,0 % und wurde in den letzten Jahren schrittweise auf 1,75 % abgesenkt. (mehr …)

Das Ende der Überschüsse in Lebensversicherungen ist beschlossen

Wie die FTD schreibt, hat das Regierungskabinett beschlossen, dass ab dem 31.10.2012 die Ansprüche der Kunden an den Bewertungsreserven gesenkt werden. Das soll die Umsetzung von Solvency II dienen, ist aber letztlich eine wild card für die Versicherungswirtschaft, sich beliebige Begründungen auszudenken, warum sie den Kunden das Geld vorenthalten dürfen.

Was heißt das?

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Wie weiter mit dem Euro?

Alan Greenspan sagte schon: Der Euro kommt, aber er bleibt nicht. Ich hatte immer gehofft, dass er sich irrt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob wir langfristig den Euro tatsächlich behalten. Die Eurokrise ist an sich schon schwierig genug zu meistern, vor allem da es eine Krise politischen Ursprungs und politischer Brisanz ist.

Vor ein paar Tagen haben nun Standard & Poors die Aussichten der Eurozone mit einem negativen Ausblick untermauert und selbst die Staaten mit einer AAA-Bewertung eine negative Aussicht zugeschrieben. Spätestens wenn die Bewertung herab gestuft wird, ist das so, als würde man Wasser in ein sinkendes Schiff pumpen und massiv gegen die Rettungsbemühungen arbeiten: Je schlechter die Bewertung, desto höher die Kreditzinsen. Je höher die Zinsen, desto weniger Möglichkeiten einen Rettungsschirm für die schwer angeschlagenen Staaten zu halten. Und jetzt? (mehr …)

Solvency II – die Marktbereinigung bei den Lebensversicherern

Solvency II – davon haben die meisten Bürger, die nicht regelmäßig tiefgründig durch die Wirtschaftsnachrichten stöbern noch nichts wahrgenommen. Oft noch nicht einmal, wenn sie selber beruflich mit Banken und Versicherungen zu tun haben. Um was geht es?

Am 01.01.2013 gibt es eine neue Richtlinie der EU. Nach den dann geltenden Kriterien muss jede Versicherungsgesellschaft vereinfacht gesagt für jedes Versprechen, das sie gibt auch nachweisen, dass sie das bezahlen kann. Man sollte annehmen, dass das dem gesunden Menschenverstand entspricht und es auch so gut heißen. Tue ich auch! Liegt die Realität also derart weit ab vom gesunden Menschenverstand?

Die Sachversicherungsunternehmen, die Risiken wie Hausrat, Haftpflicht, Wohngebäude und derartiges absichern, haben damit kein Problem, ebensowenig wie die privaten Krankenversicherungen. Für die Lebensversicherer ist das jedoch eine enorme Hürde, denn die gegebenen Versprechen werde einige nicht halten können! (mehr …)

Riesterrente abgemeldet?

Das Magazin Cash betrachtet eine Studie des Marktforschungsunternehmens Toluna. Demnach büßt die Riesterrente immer mehr an Rennomee ein. Statt dessen setzt ein Drittel der Deutschen auf das selbstgenutzte Wohneigentum. Ehrlich gesagt kann ich das nicht verstehen, denn spätestens wenn der letzte Wohnriesterbausparvertrag ausbezahlt wurde, werdet ihr sehen, dass man Steine und Beton nicht essen kann…

Nee, mal im Ernst: Der Riesterdschungel ist fürchterlich und man sollte dringend darauf achten, was man kauft und unbedingt vergleichen, bzw. einen wirklich echten, unabhängigen Makler vergleichen lassen. Die gruseligsten Varianten: (mehr …)

Tipps zu Riester und Rürup

Angeregt durch die Diskussion ein paar Beiträge früher möchte ich ein paar Tipps zum Aufbau einer sinnvollen Altersvorsorge geben. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sein Geld in möglichst viele Anlageklassen investieren sollte. Ein gesundes Portfolio in Aktienfonds, dass man in vermögenswirksamen Leistungen schon für kleines Geld beginnen kann und vom Staat mit 20 % gefördert bekommt, gehört für mich ebenso dazu, wie die Anlage in Beteiligungen mit einem möglichst guten Sicherheitskonzept und natürlich Versicherungslösungen. In diesem Beitrag werde ich auf die Vorteile der Riester- und der Rüruprente eingehen und zeigen, auf was man dabei achten sollte, um einen respektablen Nettogewinn zu erreichen.

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Wie sicher ist ihr Geld in ihrer Lebensversicherung?

Was gerne geglaubt wird ist, dass Kapitallebensversicherungen besonders sichere Geldanlagen sind. Stimmt das denn? Können Lebensversicherungen wirklich nicht pleite gehen und das Geld ist bombensicher und renditestark angelegt?

Schon 1995 warnte die Presse vor der Geldanlageform der Kapitallebensversicherung. Der Spiegel brachte 1998 den Artikel Lebensversicherungen – Legaler Betrug? Hans Dieter Meyer vom Bund der Versicherten hat damals sogar vor Gericht erstritten, dass der dieser Form der Geldanlage so nennen darf. Warum legaler Betrug?

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