Lieber zum Zahnarzt gehen als Altersvorsorge betreiben?

Laut einem lesenswerten Artikel auf Spiegel online entspricht das der aktuellen Mentalität der Deutschen – sie gehen lieber zum Zahnarzt. Lieber tun sie nichts und starren wie die Kaninchen gebannt auf die Schlange, die sie gleich fressen wird.

Ich kann die Verunsicherung der Menschen verstehen. Am Schalter der Banken wird angeboten, was hausintern vorgegeben wird, manche Finanzberater umgeben sich mit dem Anschein der Unabhängigkeit und liefern nur, wo die höchsten Provisionen fällig werden, die allgemeinen Anforderungen an Finanzberater werden immer höher und damit teurer und manche Versicherer müssen sich damit abfinden, dass sie die versprochenen Garantieleistungen nicht mehr über Staatsanleihen mit risikofreier Rendite, sondern renditefreiem Risiko erwirtschaften müssen. Die Kosten werden in Zeiten von Zinsen auf Sparguthaben unterhalb der offiziellen Inflationsrate ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium, Alternativen zu klassischen Anlagen werden immer wichtiger.

Nichtstun ist in keinem Fall eine Lösung. Die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Änderungen zu ermöglichen, basierend auf Sachkenntnis und Hintergrundwissen ohne etwas schön zu reden, das ist mein Job.

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Das Geld ist nicht sicher…

…egal was Frau Merkel letztens wieder für ein beruhigendes Bild beschworen hat. Ganz aktuell teilt das so der Chef der EZB Klaas Knot gegenüber Reuters mit, wenn er klarstellt, dass die Enteignung von Spareinlagen und Guthaben auf Konten künftig Teil der Abwicklung von maroden Banken sein wird. Knot vbestätigt damit den niederländischen Euro-Gruppenführer Jereon Dijsselbloem. Den Sparern geht es damit also an die notwendigen Rücklagen für Auto, Heizung oder eben ein Stück Altersvorsorge, den Geschäftsleuten an das Wichtigste, die Liquidität, wie der Fall Zypern eindrucksvoll bewiesen hat, wo nun etliche arbeitslos werden, weil die EU die Geschäftskonten leer geräumt hat und die Gehälter nicht mehr ausgezahlt werden können.

Und wenn Sie jetzt glauben, Ihr Geld wäre sicher, weil sie das meiste davon in einer klassischen Lebensversicherung eingelagert haben: Zehn Gründe, die dagegen sprechen hatte ich schon genannt, seit diesem Jahr ist ein elfter Grund Gesetz. CAC steht für Collective Action Clause und ist eine Klausel zur Entwertung von Staatsanleihen. Wird für ein Land ein Schuldenschnitt beschlossen, wie etwa für Griechenland vor nicht allzu langer Zeit um mehr als die Hälfte, dann ist das künftig noch einfacher zu regeln, weil alle neu ausgegebenen Staatsanleihen diese Möglichkeit zur Entwertung serienmäßig mit eingebaut haben. Klassische Lebensversicherungen investieren derzeit zu rund 90 % in Staatsanleihen. Es ist inzwischen also kein undenkbares Szenarion mehr, wenn plötzlich diese 90 % weniger als die Hälfte wert sind, die Versicherung sich davon noch bezüglich ihrer eigenen Kosten bedient und für Sie kaum noch etwas nennenswertes übrig bleibt.

Ändern Sie das. Ich helfe gern.

Vereinigte Schuldenstaaten von Europa

Die Politiker haben es beschlossen, das Verfassungsgericht hat es mit Einschränkungen gebilligt und Gauck hat es gestern zügig einen Tag nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts unterschrieben: Der ESM als überpolitisches und undemokratisches Regierungsorgan steht. Ab sofort könnte man die Eurozone auch Vereinigte Schuldenstaaten von Europa nennen. Was bedeutet das?

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Eigentlich wollte ich nie

ein politisches blog schreiben, aber die Politik lässt mir gar keine andere Wahl!

Frau Prof. Dr. Höhler ist eine unglaublich gebildete und in meinen Augen auch weise und wirklich mutige Frau.

Published in: on 27. August 2012 at 22:35  Schreibe einen Kommentar  
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ESM

So heißt der Euro-Rettungsschirm. Ich hoffe, wir müssen ihn niemals benutzen. Niemals.

Alle sind dabei. Private werden beteiligt, ob sie wollen, oder nicht. Dafür bekommen sie ihre Zwangsbeteiligung als letzte oder auch gar nicht zurück. Die Staaten haben innerhalb von 7 Tagen zu springen, wenn Geld verlangt wird, egal wie viel. Niemand kann den ESM durchsuchen, beschlagnahmen, enteignen oder verklagen. Niemand darf wissen, was der ESM in seinen Räumlichkeiten tut und was er aufschreibt.

Published in: on 18. Mai 2012 at 21:34  Comments (3)  
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Was machen Deutschland und Frankreich gerade mit Europa?

Der irische Wirtschaftswissenschaftler David McWilliams skizziert das auf sehr anschauliche Weise:

Zitat des Tages:

„Wer nur einen Hammer hat, wird jedes Problem für einen Nagel halten.“

(André Bittner)

 

Das ist letztlich die Crux in der Finanzberatung: die meisten, die sich in der Branche bewegen, haben nur einen Hammer und bieten das als Allheilmittel an. Echte Finanzberatung greift nicht nur auf einen umfangreichen Werkzeugkasten zu, sondern identifiziert auch das Problem als das, was es wirklich ist.

Danistakratie

ist die Herrschaft der Geldverleiher.

Der Vortrag erklärt auf nachdenklich machende Weise Zusammenhänge.

Zum Jahreswechsel

Published in: on 31. Dezember 2011 at 08:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wie weiter mit dem Euro?

Alan Greenspan sagte schon: Der Euro kommt, aber er bleibt nicht. Ich hatte immer gehofft, dass er sich irrt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob wir langfristig den Euro tatsächlich behalten. Die Eurokrise ist an sich schon schwierig genug zu meistern, vor allem da es eine Krise politischen Ursprungs und politischer Brisanz ist.

Vor ein paar Tagen haben nun Standard & Poors die Aussichten der Eurozone mit einem negativen Ausblick untermauert und selbst die Staaten mit einer AAA-Bewertung eine negative Aussicht zugeschrieben. Spätestens wenn die Bewertung herab gestuft wird, ist das so, als würde man Wasser in ein sinkendes Schiff pumpen und massiv gegen die Rettungsbemühungen arbeiten: Je schlechter die Bewertung, desto höher die Kreditzinsen. Je höher die Zinsen, desto weniger Möglichkeiten einen Rettungsschirm für die schwer angeschlagenen Staaten zu halten. Und jetzt? (mehr …)