Lieber zum Zahnarzt gehen als Altersvorsorge betreiben?

Laut einem lesenswerten Artikel auf Spiegel online entspricht das der aktuellen Mentalität der Deutschen – sie gehen lieber zum Zahnarzt. Lieber tun sie nichts und starren wie die Kaninchen gebannt auf die Schlange, die sie gleich fressen wird.

Ich kann die Verunsicherung der Menschen verstehen. Am Schalter der Banken wird angeboten, was hausintern vorgegeben wird, manche Finanzberater umgeben sich mit dem Anschein der Unabhängigkeit und liefern nur, wo die höchsten Provisionen fällig werden, die allgemeinen Anforderungen an Finanzberater werden immer höher und damit teurer und manche Versicherer müssen sich damit abfinden, dass sie die versprochenen Garantieleistungen nicht mehr über Staatsanleihen mit risikofreier Rendite, sondern renditefreiem Risiko erwirtschaften müssen. Die Kosten werden in Zeiten von Zinsen auf Sparguthaben unterhalb der offiziellen Inflationsrate ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium, Alternativen zu klassischen Anlagen werden immer wichtiger.

Nichtstun ist in keinem Fall eine Lösung. Die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Änderungen zu ermöglichen, basierend auf Sachkenntnis und Hintergrundwissen ohne etwas schön zu reden, das ist mein Job.

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Altersarmut macht Angst

Cash.online zeigt aktuell in einem Artikel auf, dass die Hälfte der Bürger in Deutschland Altersarmut als Bedrohung empfinden. Ich finde es erstaunlich, dass die Menschen das erst jetzt realisieren, denn die Thematik ist nun wirklich nicht neu. Selbst das Heer der sogenannten Finanzberater, deren Analysen und Empfehlungen ich kaum als Finanzberatung bezeichnen würde, zeigt schon seit Jahren auf, dass die staatliche Rente im Alter nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard zu halten. Das haben sie auch vor Jahren bereits mit den vom statistischen Bundesamt bereitgestellten Zahlen begründet.

Was also schreckt die Bürger jetzt plötzlich auf? (mehr …)

Published in: on 25. September 2012 at 19:43  Comments (1)  
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Altersarmut

Das Bild der Bild zeigt tabellarisch die Auswirkungen des aktuellen Rentensystems sowie bei einer Verschlechterung der Rentensituation auf realistische 43 % des Nettos. Der Artikel zeigt plakativ, dass es inzwischen bei so ziemlich jedem angekommen ist, dass für viele der Lebensunterhalt nicht von der Gesetzlichen Rentenversicherung kommen wird.

Ich frage mich, ob die Grundsicherung mit der Inflation steigt. Bisher tut sie das nicht. Nimmt man die Zahlen der Tabelle, so hat bei einer Inflation von moderaten 2,5 % die höchste Rente von 1.082.03 Euro 2030 noch eine Kaufkraft von 693,76 Euro, also das Niveau der heutigen Grundsicherung. Die niedrigste Rente der Tabelle von 523,- Euro reicht 2030 mit 335,33 Euro gerade noch für die Miete.

Kommen Sie damit aus?

Die Zukunft des sozialen Netzes in Deutschland

oder

Warum es übermorgen kein Hartz IV mehr geben wird

Anlässlich der bevorstehenden Fortsetzung des Flickwerks möchte ich einen Einblick geben, in das was ist und warum es nicht funktionieren kann:

Gegenwärtig haben wir ein soziales Netz, das bewirken soll, dass niemand hungern, krank oder obdachlos sein muss, und man im Alter mit ausreichend Geld versorgt ist. So ist jedenfalls die Idee. In der Praxis lässt sich anderes beobachten, nämlich dass die Sozialleistungen weniger, dafür aber teurer werden. Der Fehler liegt hierbei im System, dass sich die Politik nicht zu ändern traut. Unser Sozialsystem ist fast vollständig umlagefinanziert (durch Beiträge und Steuergelder) und hat nur eine sehr dünne Kapitaldecke als Sicherung. Ändern wir das nicht, ist das so, als würden wir in einem Zug sitzen, der mit mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zufährt, über den die Brücke fehlt.

(mehr …)

Mal ganz ernst

Volker Pispers hat hier völlig recht:

Die Frage ist berechtigt, wovon die Menschen als Rentner ihre Miete bezahlen wollen. Und denkt man das mal weiter, wenn demografisch bedingt die Arbeitnehmer weniger werden und die höhere Beiträge in die Rentenkasse einzahlen, damit für mehr Rentner wenigstens die 43 % vom letzten Netto als Rente bleiben: Von wessen Geld werden dann eigentlich die übrigen Transferleistungen, also Hartz IV bezahlt, mit denen die Rentner aufstocken können?

Ich schätze, man kann dann nur noch das erwarten, was man sich selber aufgebaut hat.