Lieber zum Zahnarzt gehen als Altersvorsorge betreiben?

Laut einem lesenswerten Artikel auf Spiegel online entspricht das der aktuellen Mentalität der Deutschen – sie gehen lieber zum Zahnarzt. Lieber tun sie nichts und starren wie die Kaninchen gebannt auf die Schlange, die sie gleich fressen wird.

Ich kann die Verunsicherung der Menschen verstehen. Am Schalter der Banken wird angeboten, was hausintern vorgegeben wird, manche Finanzberater umgeben sich mit dem Anschein der Unabhängigkeit und liefern nur, wo die höchsten Provisionen fällig werden, die allgemeinen Anforderungen an Finanzberater werden immer höher und damit teurer und manche Versicherer müssen sich damit abfinden, dass sie die versprochenen Garantieleistungen nicht mehr über Staatsanleihen mit risikofreier Rendite, sondern renditefreiem Risiko erwirtschaften müssen. Die Kosten werden in Zeiten von Zinsen auf Sparguthaben unterhalb der offiziellen Inflationsrate ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium, Alternativen zu klassischen Anlagen werden immer wichtiger.

Nichtstun ist in keinem Fall eine Lösung. Die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Änderungen zu ermöglichen, basierend auf Sachkenntnis und Hintergrundwissen ohne etwas schön zu reden, das ist mein Job.

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Vereinigte Schuldenstaaten von Europa

Die Politiker haben es beschlossen, das Verfassungsgericht hat es mit Einschränkungen gebilligt und Gauck hat es gestern zügig einen Tag nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts unterschrieben: Der ESM als überpolitisches und undemokratisches Regierungsorgan steht. Ab sofort könnte man die Eurozone auch Vereinigte Schuldenstaaten von Europa nennen. Was bedeutet das?

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Warum Sie keine klassische Lebensversicherung haben sollten

Klassische oder kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen gehören zu den schlechtesten Möglichkeiten, Geld anzulegen. Wenn Sie noch welche haben, sollten Sie sich ernsthaft überlegen, ob Sie die wirklich behalten wollen!

10 Gründe

1. Alle kapitalbildenden Lebensversicherungen in Deutschland investieren inzwischen zu mehr als 80 %, einige sogar zu mehr als 90 % in Rentenpapieren, also Staatsanleihen. Das sind Geldwerte, keine Sachwerte; die Kaufkraft schwindet also mit der Inflation. Bekommen Sie beispielsweise aus einer 40 Jahre lang besparten Lebensversicherung  100.000 Euro ausbezahlt, können sie bei einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 % wie wir sie aktuell haben, noch für 37.243 Euro einkaufen. Bei einer Inflation von 7 %, wie wir sie zu D-Mark-Zeiten auch schon hatten, haben 100.000 Euro noch einen Gegenwert von 6.678 Euro. Bei einem Garantiezins von 4,0 % müssen Sie 41.184 Euro in den Sparanteil nach Abzug aller Kosten investieren. Je nach Versicherungsgesellschaft ist das bei einem reinen Todesfallschutz ohne sonstige Zusatzversicherungen ein monatlicher Gesamtbeitrag zwischen 110 und 160 Euro über 40 Jahre. Beim aktuellen Garantiezins von 1,75 % müssen Sie 69.216 Euro einzahlen, was einem monatlichen Gesamtbeitrag je nach Versicherungsgesellschaft zwischen 175 und 240 Euro entspricht.

2. Der Garantiezins in alten Verträgen liegt zwischen 2,25 % und 4,0 % und wurde in den letzten Jahren schrittweise auf 1,75 % abgesenkt. (mehr …)

Die Griechen heben ab

und zwar ihr Geld von den Banken. Laut WSJ haben die Griechen allein am Montag nach der gescheiterten Regierungsbildung in Griechenland ca. 700 Milionen Euro abgehoben. Das ist die Psychologie in der Krise: Rette, was zu retten ist. Das Problem ist nicht neu, denn laut dem Artikel fließen von griechischen Banken seit 2009 pro Monat zwischen 2-3 Milliarden Euro in andere Länder ab und deren Eigenkapital erreicht so langsam überschaubare Größen.

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Die Zukunft des sozialen Netzes in Deutschland

oder

Warum es übermorgen kein Hartz IV mehr geben wird

Anlässlich der bevorstehenden Fortsetzung des Flickwerks möchte ich einen Einblick geben, in das was ist und warum es nicht funktionieren kann:

Gegenwärtig haben wir ein soziales Netz, das bewirken soll, dass niemand hungern, krank oder obdachlos sein muss, und man im Alter mit ausreichend Geld versorgt ist. So ist jedenfalls die Idee. In der Praxis lässt sich anderes beobachten, nämlich dass die Sozialleistungen weniger, dafür aber teurer werden. Der Fehler liegt hierbei im System, dass sich die Politik nicht zu ändern traut. Unser Sozialsystem ist fast vollständig umlagefinanziert (durch Beiträge und Steuergelder) und hat nur eine sehr dünne Kapitaldecke als Sicherung. Ändern wir das nicht, ist das so, als würden wir in einem Zug sitzen, der mit mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zufährt, über den die Brücke fehlt.

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Honorarberatung – der Anlegerschutz der Zukunft

In Großbritannien ist es soweit: Ab dem nächsten Jahr gibt es dort nur noch die Honorarberatung. Die Vergütung der Vermittler auf Provisionsbasis ist dann verboten. Da die Briten einen Anlegerschutz haben, nach dem ich mir hier die Finger lecke – hier ist ja selbst im worst case Szenario eine Leistung aus dem Einlagensicherungsfonds eine freiwillige optionale Leistung der Banken aber beileibe kein garantiertes Geld – sind hierzulande die ersten Stimmen auch mit Ziel auf die Honorarberatung zu vernehmen. Das finde ich persönlich sehr erstrebenswert. Ich frage mich allerdings, wie die Versicherungswirtschaft damit umgehen wird, wie die Gesellschaften das handhaben wollen, die überall ihr Filialnetz verstreut haben, das ausschließlich von Provisionen getragen wird. Oder wie die Allfinanzvertriebe das regeln würden, in denen die Mitarbeiter auf die heiligen Produkte eingeschworen werden, die der allwissende und unfehlbare Vorstand ausgewählt hat, damit aus der Honorarberatung keine Horrorberatung wird. (mehr …)

Wie weiter mit dem Euro?

Alan Greenspan sagte schon: Der Euro kommt, aber er bleibt nicht. Ich hatte immer gehofft, dass er sich irrt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob wir langfristig den Euro tatsächlich behalten. Die Eurokrise ist an sich schon schwierig genug zu meistern, vor allem da es eine Krise politischen Ursprungs und politischer Brisanz ist.

Vor ein paar Tagen haben nun Standard & Poors die Aussichten der Eurozone mit einem negativen Ausblick untermauert und selbst die Staaten mit einer AAA-Bewertung eine negative Aussicht zugeschrieben. Spätestens wenn die Bewertung herab gestuft wird, ist das so, als würde man Wasser in ein sinkendes Schiff pumpen und massiv gegen die Rettungsbemühungen arbeiten: Je schlechter die Bewertung, desto höher die Kreditzinsen. Je höher die Zinsen, desto weniger Möglichkeiten einen Rettungsschirm für die schwer angeschlagenen Staaten zu halten. Und jetzt? (mehr …)

Riester- und Rüruprente haarklein aufgedröselt

Wie weiter unten versprochen hier ein paar Beispiele. Im ersten Fall betrachte ich eine zwanzigjährige Berufsanfängerin mit 25.400 Euro Jahresbrutto und voraussichtlich 21.225 Euro zu versteuerndem Einkommen, die 200 Euro monatlich für die Altersvorsorge aufwendet. Was bekommt sie, wenn sie riestert und rürupt und kinderlos bleibt?

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Published in: on 10. August 2010 at 15:22  Comments (48)  
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Ein Wort zu Garantien

Dieser ARD-Beitrag aus der Sendung Ratgeber Geld ist zwar schon von 2008 und ein paar Zahlen haben sich seitdem geändert (damals gab es noch Tagesgeld mit 4 % Zinsen), aber er hat zum Thema Inflation, Sachwerte und Garantien noch nichts an Aktualität eingebüßt:

Das wichtige Fazit des Beitrages: Mittel- und langfristig sind Aktienfonds die bessere Möglichkeit der Geldanlage, um der Inflation zu entkommen. Wer Garantien gegen den Verfall des Geldwertes haben will, muss diese Garantien mit niedrigen Renditen letzlich selber bezahlen…

Zehn Gründe, warum Sie KEINE Altersvorsorge betreiben sollten…

  1. Sie sind schon Rentner und bekommen ausreichend Rente.
  2. Sie besitzen mehr als vier Millionen Euro und können inflations- und steuerbereinigt von den Zinsen leben.
  3. Sie erzielen durch Mieteinnahmen monatlich ein Ihnen ausreichendes Nettoeinkommen.
  4. Sie sind absolut sicher, dass Ihr Lebenspartner Sie bis zu Ihrem Lebensende finanziell tragen kann und wird.
  5. Sie sind absolut sicher, dass Sie an dem Tag, an dem Sie in Rente gehen, einen Lottogewinn von mehr als vier Millionen Euro erhalten.
  6. Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass die Bundesregierung ab sofort jedes Jahr ca. drei Millionen Säuglinge importieren wird, die in 20 Jahren Ihre Rente bezahlen werden.
  7. Sie planen in eine Gemeinschaft ohne Geldwirtschaft auszuwandern, etwa zu den Eipo in den Dschungel Papua Neu Guineas oder den Yanomami am Amazonas.
  8. Sie wünschen sich, Ihren Lebensabend von Sozialhilfe zu bestreiten.
  9. Sie wünschen sich, Ihren Lebensabend als Bankräuber entweder mit Geld in der Karibik oder ohne Geld im Knast zu verbringen.
  10. Sie werden es schaffen, vor Ihrem Renteneintritt den Dritten Weltkrieg anzuzetteln.

Wenn Sie einen dieser Gründe mit „Ja! Absolut!“ beantworten können, brauchen Sie sich nicht um Ihre Altersvorsorge zu kümmern…