Wie weiter mit dem Euro?

Alan Greenspan sagte schon: Der Euro kommt, aber er bleibt nicht. Ich hatte immer gehofft, dass er sich irrt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob wir langfristig den Euro tatsächlich behalten. Die Eurokrise ist an sich schon schwierig genug zu meistern, vor allem da es eine Krise politischen Ursprungs und politischer Brisanz ist.

Vor ein paar Tagen haben nun Standard & Poors die Aussichten der Eurozone mit einem negativen Ausblick untermauert und selbst die Staaten mit einer AAA-Bewertung eine negative Aussicht zugeschrieben. Spätestens wenn die Bewertung herab gestuft wird, ist das so, als würde man Wasser in ein sinkendes Schiff pumpen und massiv gegen die Rettungsbemühungen arbeiten: Je schlechter die Bewertung, desto höher die Kreditzinsen. Je höher die Zinsen, desto weniger Möglichkeiten einen Rettungsschirm für die schwer angeschlagenen Staaten zu halten. Und jetzt?

Was in dieser Situation eine Aussicht auf Hilfe verspricht, wäre die Pumpleistung zu erhöhen. Mehr Wasser aus dem sinkenden Schiff pumpen hält es länger über Wasser, hoffentlich lange genug, bis es repariert werden kann. Bedeutet: Mehr Geld muss produziert werden, mit dem man die Schulden tilgen kann. So wie es aussieht, wird genau das auch passieren. Wir müssen uns also auf eine deutliche Steigerung der Inflation einrichten.

Raus aus den Geldwerten und rein in Sachwerte ist die Devise, so wenig Geldwert wie nötig, um bezahlen zu können, was man braucht und haben will, so viel Sachwert wie möglich, um dem Inflationsrisiko zu entgehen. Bei vielen Menschen erlebe ich das genau andersherum. Da wird dem Euro und der Politik nicht mehr vertraut, was sicher berechtigt ist, aber das Portfolio sitzt voller Geldwerte, von denen man sich auch auf gar keinen Fall trennen will. Ich kann nur empfehlen, sich ernsthaft Gedanken zu machen, was geschieht, wenn alles pro Jahr um fünf bis zehn oder sogar zwanzig Prozent teurer wird, statt um zwei bis drei, wie in den letzten Jahren. Was ist dann die Kapitallebensversicherung (ab 01.01.12 nur noch 1,75 % Garantiezins), der Bausparvertrag (0,75 – 3,5 %), das Tagesgeldkonto (0,25 – 2,5 %), das Sparbuch (0,25 – 0,75 %),  Sparbriefe (1 – 3 %), Geldmarkt- und Rentenfonds (0,1 – 3 % bei guter Staatsbonität) noch wert? Das alles sind Geldwerte und kein einziger erreicht auch nur 5 % Rendite, so dass der Wertverlust vorprogrammiert ist oder sogar bei den aktuell 2,4 % Inflation schon an Wert verliert.

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Niemand will sein Geld verlieren…

    Fühlen Sie es auch? Man fühlt sich umgeben von Gefahren für sein Erspartes. Dieses unangenehme Gefühl beschleicht uns mit jedem neuen Tag an dem wir über Krisen, über Bankenpleiten, Bankenruns und Pleiten von Staaten lesen. Die Bürger können auch nicht…


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