Das Eigenheim als Altersvorsorge

Ich komme erst heute aus der internetfreien Welt zurück, so dass ich erst heute auf ein paar interessante Themen eingehen kann.

Cash.online hat eine interessante Meldung gebracht, die auf die Prioritäten bei der Altersvorsorge eingeht: 86 % der Deutschen setzen bei der Altersvorsorge auf Immobilien. Zumindest sehen sie ein Eigenheim als sichere Altersvorsorge an. Einerseits überrascht mich das nicht, da es in der Natur der meisten Kulturen liegt, ein Eigenheim haben zu wollen. Man kann drin wohnen und  niemand kann es einem wegnehmen – so der Wunschtraum. Andererseits überrascht es mich schon, denn es ist oft ein anstrengender Weg, bis die Banken aus dem Grundbuch verschwunden sind und die laufenden Kosten für eine Immobilie werden auch oft unterschätzt. Bei der Planung für den Bau oder Kauf einer Immobilie als eine Form der Altersvorsorge bleibt also oft mehr zu beachten, als man gemeinhin auf den ersten Blick erwartet.

Die wichtigste Frage, die man sich stellen muss ist die, ob man wirklich den Rest seines Lebens am gleichen Ort leben will. Wenn man das bejaht, dann stellt sich die Frage, wie ein Objekt gestaltet sein sollte, damit es in 30 Jahren oder später immer noch nicht langweilig geworden ist. Wenn man das verneint aber trotzdem eine Immobilie haben will, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Platz für ein selbstbewohntes Eigenheim, dass irgendwann man zum Renditeobjekt werden kann, perfekt ausgewählt werden muss: Wo in den nächsten 10, 20 oder 30 Jahren bekommt man für eine Wohnung oder ein Haus eine Miete, die im Gewinnbereich liegt? Wo muss das Objekt stehen, dass man es auf Wunsch zügig mit Gewinn weiterverkaufen kann? Wie muss das Objekt architektonisch und energietechnisch ausgestaltet sein, damit es eine hohe Miete oder einen hohen Wiederverkaufswert erzielen kann?

Dann kommt die Bank ins Spiel, zumindest in den meisten Fällen, da die wenigsten Menschen das Geld für ihr Traumhaus bar auf den Tisch legen können. Derzeit sind die Zinsen so günstig wie nie, jedoch kann die Aussicht auf den günstigsten Zins auch schnell eine Falle werden. Die günstigsten Zinskonditionen bekommt man oft für eine zehnjährige Zinsbindung. Die meisten Finanzierungen laufen jedoch zwanzig Jahre oder noch länger. Wer darauf spekuliert, dass in zehn Jahren das Zinsniveau noch immer so niedrig ist wie zum gegenwärtigen historischen Tiefstand, der wird sich vermutlich verspekulieren. Bei der Planung sollte also ein angemessener Zeitram berücksichtigt werden! Durch eine entsprechende Tilgung oder parallele renditestarke Ansparung von Kapital zur Tilgung des Kredites in x Jahren lassen sich bequem Modelle schaffen, die die Banken möglichst sicher planbar aus dem Eigenheim wieder vertreiben – damit es in zwanzig Jahren auch wirklich Ihr Eigenheim ist…

Was viele Eigentümer zu vergessen scheinen oder gerne verdrängen ist, dass ein Haus im Alter auch häufiger mal zum Arzt muss. Da muss man den Klempner bezahlen, weil irgendwo in der Wand ein Rohr undicht geworden ist, da muss etwas saniert werden oder die Heizungsanlage nach den zeitgemäßen Richtlinien erneuert werden. Das alles kostet Geld – in der Regel immer in größeren Portionen auf einen Schlag, statt in gleichbleibenden monatlichen Raten. Es ist also sinnvoll, schon jetzt zum Kauf oder zum Bau ein eigenes Konto einzurichten und parallel etwas anzusparen, denn ob die Rente im Alter ausreicht, um diese Kosten aufzufangen, ist oft fraglich.

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Published in: on 31. August 2010 at 14:54  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Exakt, gerade die laufenden Kosten und das unerhoffte Erscheinen großer Maßnahmen sind nicht zu unterschätzen! Ich habe vier Objekte mit unterschiedlichem Baujahr:
    1879: Hübsches Denkmal in dem ich selber gewohnt hab. Habe ich verkauft, weil trotz kfw die Sanierung auf modernen Standart zu teuer war und ein Käufer mit einem passenden Angebot da war. Hätte ich auch nicht gut vermietet gekriegt.
    1939: Ist eigentlich ein Fall von p&n (platt machen und neu machen) – da müsste soviel dran geändert werden. Kriege ich aber nicht für einen akzeptablen Kurs verhökert. Die Miete deckt nicht die Kosten, weil ich malgels Sanierung kaum Miete verlangen kann.
    1966: Ist OK, hat erstaunlich gute Werte energiemässig. Die Miete deckt die Kosten und macht noch ein gutes plus.
    1972: Ist auch ein Fall von p&n. Die Bausubstanz hat sich bei der Sanierung für so schlecht rausgestellt, dass ich eigentlich mehr machen lassen müsste. Ich hab jetzt ne vernünftige Dämmung so dass der Energiepass gut ist. Vor der nächsten größeren Geschichte werde ichs abstoßen müssen, weil sonst alle Rendite zunichte ist.
    2001: Super Lage, super Zuschnitt, super Mieter, erwirtschaftet soviel, dass es die Verluste vom Objekt von 1939 mitträgt.


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