Neuigkeiten aus der Riesterwelt – und was sie wert sind…

Heute haben mich wieder interessante Mitteilungen erreicht, mit der verschiedene Anbieter die Riesterrente aufbessern und attraktiver machen wollen. Die einen bieten 50% mehr garantierte Ablaufleistung, die anderen bauen eine Berufsunfähigkeitsrente ein. Was sie nicht offen verraten ist, was wirklich dahinter steckt.

Die R+V Versicherung bietet eine Garantie von bis zu 150% statt der üblichen 100 % Beitragsgarantie an. Das klingt erstmal viel, aber wenn man eine Milchmädchenrechnung aufmacht, sieht die etwa so aus: „Bis zu“ bedeutet zunächsteinmal „bei maximaler Laufzeit“ Nehmen wir einen achtzehnjährigen Menschen, der gerade frisch ins Berufsleben einsteigt und selber riestert. Dann schließt er einen Vertrag ab, der nach dem Willen von Vater Staat läuft, bis er 67 ist. Das sind 49 Jahre Beitragsdauer. 50% bekommt er garantiert. Wenn man einen Zinseszinsrechner quält, so kommt man nach vermuteten 4% Abschlusskosten und laufenden Kosten von 12 % auf einen Garantiezins von 2,25 %. Das ist nichts neues, sondern war vor vier Jahren sogar noch gesetzlich vorgeschrieben. Andere Rechnung: 50 % geteilt durch 49 Jahre sind eine Nettorendite von durchschnittlich 1,02 % im Garantiebereich. Garantien kosten Geld. Immer. Ich werde mir die „verbesserte“ Riesterrente der R+V mal ansehen. Leider gibt es keinen frei zugänglichen Angebotsrechner im Internet und mein Ansprechpartner vor Ort kennt mich schon. Also werde ich mir was einfallen lassen um mal das Kleingedruckte in die Finger zu kriegen.

Die Allianz will eine Beitragsbefreiung im Fall der Berufsunfähigkeit einbauen. Das gibt es für andere Arten der Lebensversicherung bereits, ist aufgrund der rechtlichen Vorgaben bei der Riesterrente eigentlich nicht vorgesehen. Die Allianz will das, indem sie von hinten durch die Brust ins Auge schießt, wie es in geflügelten Worten heißt. Eine echte Berufsunfähigkeitsrente soll gezahlt werden, die dann den Beitrag zur Riesterrente leistet. Juristisch muss das ein sehr seltsames Konstrukt sein, da diese Rente zweckgebunden sein muss, denn sonst kollidiert sie mit anderen Berufsunfähigkeitsrenten. Per Gesetz darf man durch Berufsunfähigkeitsrenten keinen Gewinn machen. Rechnerisch muss das ein Monstrum sein bei einem Prodkt mit ständig wechselndem Beitrag. Die Kosten dieser Zusatzversicherung dürften sehr interessant sein. Entweder bezahlt man deutlich mehr als man müsste, um die Zusatzversicherung zu bekommen, was so einen Riestervertrag auf den ersten Blick bereits uninteressant macht oder man investiert so ziemlich die ganzen Überschüsse, sprich die Rendite in die Berufsunfähigkeitsversicherung, womit ich am Ende kaum mehr als die eingezahlten Beiträge für die Rente zur Verfügung habe, was nach Steuern erst recht uninteressant ist.  Ich werde mir die Tage ein Angebot rechnen lassen, um hier mal ins Kleingedruckte zu gucken.

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Published in: on 3. August 2010 at 20:41  Schreibe einen Kommentar  
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