Man wird ja schon neugierig darauf…

…was so ein Chef einer Bank an Gehalt und Boni bekommen hat, dafür dass er die drohende Pleite seines Unternehmens verharmlost hat. Stefan Ortseifen ist laut Reuters vorhin wegen Marktmanipulation verurteilt worden. Mit zehn Monaten auf Bewährung und 100.000 Euro Geldauflage ist er vergleichsweise glimpflich davon gekommen, wenn man bedenkt, dass er die Situation der IKB verharmlosend dargestellt hat. In der Folge ist der Aktienkurs der IKB gegen den Trend gestiegen und hat etliche Anleger zusätzlich getäuscht und völlig unnötig eine ganze Menge Geld gekostet. Den Steuerzahler hat die Rettung der Bank satte zehn Milliarden Euro gekostet.

Die rote Kurve ist die der IKB, zum Vergleich habe ich die Deutsche Bank (gelbe Kurve) dazugelegt.

Der Markt hat wie auf eine Entwarnung reagiert, als Ortseifen in einer Presseerklärung verlauten ließ, dass die sub prime Krise schadlos an der IKB, die wesentlich die Finanzierung mittelständischer Unternehmen trägt, vorbeigegangen sei: „Die Entwicklung im europäischen Bankensektor – insbesondere in den Aktien- und Kreditmärkten – ist in den letzten Wochen von einer hohen Volatilität geprägt gewesen. Anlass hierfür waren insbesondere die Unsicherheiten im US-Hypothekenmarkt.“ Stimmt, jedoch fast ausschließlich fallend, wenn man die Kurve für das erste Halbjahr 2007 betrachtet. „Die jüngste sehr umfassende Moody´s-Analyse für dieses Marktsegment hat im Hinblick auf IKB-Engagements in internationale Portfolioinvestments und auf die Beratungsmandate der IKB Credit Asset Management GmbH praktisch keine Auswirkung. Von den in diesem Zusammenhang von Moody´s auf die Watchlist gesetzten Tranchen ist die IKB lediglich mit einem einstelligen Millionen-Betrag betroffen. Von der jüngsten Analyse, die Standard & Poors für den CDO-Markt erstellt hat, ist die IKB in keinerlei Hinsicht betroffen. Schwerpunkt unserer Engagements bilden Investments in Portfolien von Unternehmenskrediten.“ Nun ja, ich erwarte, dass der Chef einer Bank weiß, was im letzten halben Jahr in seinem Unternehmen passiert ist und wie es wirtschaftlich da steht. Ich unterstelle auch, dass er den Unterschied zwischen einem einstelligen Millionenbetrag und zehn Milliarden Euro kennt…

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Published in: on 14. Juli 2010 at 13:49  Schreibe einen Kommentar  
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